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Bronchialkarzinom entspricht dem medizinischen Fachausdruck für Lungenkrebs. Ursache für diese Erkrankung ist oft das Rauchen: Raucherinnen und Raucher haben gegenüber Nichtrauchern ein deutlich erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Seltenere Ursachen können Umweltgifte, Strahlen oder industrielle Substanzen sein, die größtenteils als Berufserkrankung anerkannt sind, beispielsweise Nickel-, Arsen-, Chrom-, halogenierte Alkylaryloxid-, Asbest-, Benzopyren-, oder andere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen und ionisierende Strahlung wie Uran und Radon. Lungenkrebs stellt die häufigste Tumortodesursache bei Männern, die zweithäufigste bei Frauen nach Brustkrebs dar. Krankheitszeichen bestehen im Allgemeinen erst dann, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist, Lungenkrebs verursacht tückischerweise oft im Frühstadium keinerlei oder wenig Beschwerden. Allgemeine Symptome können beispielsweise Husten mit oder ohne Auswurf, auch ein Reizhusten, Gewichtverlust, Schmerzen im Brustkorb oder zunehmende Atemnot sein.
Um Lungenkrebs nachzuweisen, wird vom Arzt die Krankengeschichte festgestellt und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Sehr wichtig ist, dass jeder Husten, der länger als 3 Wochen bei über 40-jährigen Patienten anhält, unbedingt weiter abgeklärt werden muss: Es ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs als erster diagnostischer Schritt erforderlich, bei Auffälligkeiten auch eine Computertomographie (beziehungsweise Kernspintomographie). Mittels einer Lungenspiegelung (=Bronchoskopie) über die Luftröhre in lokaler Betäubung können die Atemwege inspiziert und unter Umständen auch Gewebeproben eines zentral sitzenden Tumors entnommen werden. Auch computertomographiegesteuert können unter gewissen Umständen durch eine Feinnadelpunktion Gewebeproben eines in der Peripherie der Lunge gelegenen Tumors entnommen werden, ebenfalls in lokaler Betäubung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Risiko eines Pneumothorax (s.o.) niedrig ist, es sollte nach Möglichkeit kein Lungenemphysem oder keine höhergradige chronisch-obstruktive Lungenerkrankung vorliegen. Die Überprüfung des Lungenfunktion erfolgt über die Bestimmung der Lungenfunktion mit einem speziellen Gerät, bei dem der Patient mehrmals kurz ein- und ausatmet. Auch kann nuklearmedizinisch eine so genannte Inhalations- und Perfusionsszintigraphie durchgeführt werden. Diese dient zur Beurteilung der Operabilität und der vermutlichen postoperativen Belüftungssituation der Lungen. Außerdem muss eine Suche nach Tochtergeschwülsten (=Metastasen) vor der Operation unbedingt vorgenommen werden. Folgende Untersuchungen kommen beispielsweise in Betracht: Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, Skelettszintigraphie, Onko-PET Untersuchung und Computertomographie des Schädels. Zusätzlich können Tumormarker im Blut bestimmt werden, z.B. CEA oder CYFRA 21-1. Diese dienen jedoch hauptsächlich als Vergleichswerte zur Verlaufsbeurteilung nach einer Operation. Bei stark eingeschränkter Lungenfunktion, ausgeprägter Herzschwäche und fortgeschrittenen Tumorleiden mit nachgewiesenen Fernmetastasen ist eine Operation in der Regel nicht mehr sinnvoll.
Als Standardverfahren wird die Entfernung eines einzelnen Lungenlappens (=Lobektomie; Lappenresektion) über eine seitliche Eröffnung des Brustkorbs (=Thorakotomie) in Vollnarkose durchgeführt. Wenn der Tumor zentral an der Lungenwurzel gelegen ist oder mehrere Herde auf einer Seite in verschiedenen Lungenlappen vorhanden sind und ausreichende Atemverhältnisse des anderen Lungenflügels vorliegen, kann auch die vollständige Entfernung des erkrankten Lungenflügels (=Pneumonektomie) notwendig sein. Zusätzlich werden bei diesen Operationen standardmäßig die Lymphknoten an der Lungenwurzel und am Brustmittelfellraum der betroffenen Seite entfernt, um mögliche Absiedelungen des Tumors in den Lymphknoten (Lymphknotenmetastasen) zu beseitigen und das Ausmaß des Tumorleidens festzustellen. Nach einer Lappenentfernung dehnt sich die Restlunge wieder aus und füllt die Brustkorbhöhle vollständig aus. Nach einer Lungenflügelentfernung (=Pneumonektomie) bildet sich zunächst eine Flüssigkeitsansammlung in der verbliebenen Brustkorbhöhle (=Serothorax), die sich im weiteren Verlauf von Wochen und Monaten verfestigt und schließlich zu einem verwachsenen Brustkorb (=Fibrothorax) führt.
Als Alternative zur Operation oder als unterstützende Maßnahme danach (um das Risiko eines möglichen Wiederauftretens des Tumorleidens zu verkleinern), kann eine Chemotherapie und/oder in bestimmten Fällen eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Eine Chemotherapie wird standardmäßig nach Operation eines Lungenkrebses ab einem bestimmten Tumorstadium international empfohlen. Außerdem können als weitere Alternative zu einer Operation durch Lungenspezialisten (=Pulmonologen) zur Verbesserung der Lungenbelüftung mit einem Laser oder einem Vereisungsgerät (=Kryotechnik) Tumorgewebeanteile in den Bronchien entfernt oder auch Metallröhrchen (=Stents) zum Offenhalten derselben eingesetzt werden.
Wichtig und unbedingt empfehlenswert ist nach der Operation eine engmaschige Tumornachsorge durch einen Lungenspezialisten, zunächst in vierteljährlichen Intervallen. Bei diesen ambulanten Untersuchungen wird nach dem Befinden gefragt, eine körperliche Untersuchung, eine Blutabnahme mit Bestimmung der Tumormarker und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durchgeführt, gegebenenfalls auch eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) und weitere Untersuchungen (Computertomographie) bei Auffälligkeiten.
Postoperativ ist eine intensive Atem- und Krankengymnastik unbedingt erforderlich, eine Verlaufskontrolle auch der Lungenfunktion durch einen Facharzt für Lungenmedizin (=Pulmonologen) sinnvoll. Auf Rauchen sollte konsequent verzichtet werden.
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