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Welche Funktion erfüllen die Herzkranzgefäße? Die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Das menschliche Herz hat zwei Hauptgefäße, die rechte und die linke Herzkranzarterie, die mehrere Nebenäste abgeben. Sie entspringen an der Hauptschlagader (Aorta) und ziehen von dort zur rechten und linken Herzkammer. Kommt es zur Einengung dieser Gefäße, wird die Durchblutung des nachgeschalteten Herzmuskelbezirkes beeinträchtigt.
Wie kommt es zur Herzkranzgefäßverengung? Die Arteriosklerose (Schlagaderverhärtung) kann sämtliche Schlagadern des Körpers befallen. Begünstigende Faktoren für die Entstehung solcher Veränderungen sind vornehmlich Bluthochdruck, erhöhte Fett- und Zuckerwerte im Blut sowie das Rauchen. Stress und Übergewicht können ebenfalls eine Rolle spielen. Der Befall der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) führt zur Verdickung der Gefäßwand. In der Folge kann es zur zunehmenden Verengung des Gefäßes bis zum völligen Verschluss kommen. Herzschmerzen (Angina pectoris = Engegefühl in der Brust) sind ein häufiges Anzeichen einer Mangelversorgung des Herzmuskels; die schlimmste Folge ist das Absterben der Herzmuskulatur (Herzinfarkt). Diese wird dann meistens durch eine Narbe ersetzt. In diesem Bereich kann es zu einer krankhaften Aussackung der Herzwand (Aneurysma) kommen. Je nach Lage des Infarktes kann auch eine benachbarte Herzklappe schlussunfähig werden. Generell kann die Mangeldurchblutung des Herzmuskels eine verminderte Pumpleistung sowie das Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen verursachen.
Andere Behandlungsmöglichkeiten? Um die Durchblutung des Herzens zu verbessern, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Gabe von Medikamenten allein
- Beseitigung der Engstellen durch Aufdehnen mit einem Ballonkatheter (Ballondilatation) und eventuell Stabilisierung des Ergebnisses mit einer Gefäßstütze (Stent) in Kombination mit einer Herzkatheteruntersuchung
- die Bypassoperation
Nach Prüfung aller Möglichkeiten ist in Ihrem Fall die Überbrückungs-Operation (Bypass) die geeignetste Behandlungsmethode.
Wie wird operiert? Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose. Über Einzelheiten und spezielle Risiken der Narkose werden Sie gesondert aufgeklärt.
Zur Freilegung des Herzens wird das Brustbein der Länge nach durchtrennt, das Herz vorübergehend ruhig gestellt und der Blutkreislauf mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine aufrecht erhalten. Diese übernimmt neben der Pumparbeit des Herzens auch die Tätigkeit der Lungen, indem sie das Blut mit Sauerstoff anreichert und Kohlendioxid entzieht. Alternativ kann diese Operation auch ohne Herz-Lungenmaschine, am schlagenden Herzen (OPCAB = off-pump coronary artery bypass) durchgeführt werden. Vor allem Patienten mit eingeschränkter Lungen- oder Nierenfunktion und mit verkalkter Hauptschlagader profitieren von dieser Methode. Anderseits sind nicht alle Bereiche des Herzens mit dieser Methode erreichbar und komplexere Eingriffe an den Herzkranzgefäßen oder eine Kombination mit einem anderen Herzeingriff nicht immer realisierbar. Damit wird die geeigneteste Methode immer individuell bestimmt.
Das Prinzip der Operation besteht in der Anlage eines Umgehungskreislaufs um die Engstelle herum (Bypass). Es gibt dafür zwei technische Möglichkeiten:
- Verwendung einer Arterie: Eine entbehrliche Arterie wird von der Rückseite der Brustwand abgelöst und ihr Ende mit dem Kranzgefäß verbunden. Seltener wird eine der beiden Arterien vom Unterarm (Arteria radialis) verwendet
- Verwendung einer Vene: eine entbehrliche Vene wird vom Bein entnommen und zwischen Hauptschlagader und erkranktem Herzkranzgefäß eingesetzt. Die Entnahme einer Beinvene kann auch unter Verwendung eines optischen Instrumentes („video-assistierte oder „minimal invasive Chirurgie) erfolgen.
Im Allgemeinen werden beide Möglichkeiten je nach Bedarf kombiniert, denn es ist meist notwendig, während derselben Operation mehrere verengte Gefäße zu überbrücken.
Am Ende des Eingriffes wird das Brustbein mit Hilfe von Draht- oder Kunststoffnähten verschlossen. Vor dem Verschluss der Wunde werden Drainagen (Schläuche aus Kunststoff) eingelegt, um das Wundsekret für einige Tage abzuleiten. Nach der Operation werden Sie für einige Zeit auf der Intensivstation beatmet und überwacht.
Wie sind die Erfolgsaussichten? Das Risiko einer planmäßig vorbereiteten Bypass-Operation ist niedrig. Die Aussichten, dass die Durchblutung und Leistungsfähigkeit des Herzens verbessert und Ihre Beschwerden gemindert werden, sind sehr gut. Da die Grunderkrankung der Blutgefäße (Arteriosklerose) aber zum Fortschreiten neigt, sind bleibende Erfolge nur möglich, wenn Sie die Richtlinien zur Nachsorge streng beachten. Insbesondere sollten alle eingangs erwähnten Risikofaktoren auf Dauer beseitigt werden.
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