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absatz_orange  Warum ist ein ICD notwendig?

Beim lebensbedrohlichen Herzrasen ist die Zeit zwischen den Schlagfolgen sehr kurz; das Herz kann sich dann nicht ausreichend mit Blut füllen. Dies kann über eine Verminderung der Sauerstoffversorgung des Gehirns und der inneren Organe zur Bewusstlosigkeit und zum tödlichen Herzkreislauf-Stillstand führen. Ziel der Behandlung ist die Beendigung des Herzrasens und die Rückkehr zu einer normalen Herzschlagfolge.


absatz_orange  Wie arbeitet ein ICD?

Ein ICD besteht aus dem Impulsgeber (batteriegetriebenes Gerät) und aus einer Sonde (Elektrode), die den Impulsgeber mit der rechten Herzkammer verbindet.

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moderner ICD-Impulsgeber
(©Biotronik, mit Erlaubnis)

Die Sonde leitet elektrische Signale zum Herzen und herzeigene Signale zum Impulsgeber zurück. Dadurch erfolgt eine automatische Steuerung der Leistung.

Bei schnellen Herzrhythmusstörungen (dem lebensbedrohlichen Herzrasen) kann der Defibrillator neben niederenergetischen schnellen Impulsen auch Hochenergieschocks verwenden, um diese Form der Herzrhythmusstörungen innerhalb weniger Sekunden zu beenden und das Herz in den normalen Rhythmus zurückkehren zu lassen.

Die gegensätzliche Herzrhythmusstörung, die zu langsame Schlagfolge, ist manchmal mit dem Auftreten von Herzrasen wechselweise kombiniert. Der ICD ist in der Lage, auch diese Form der Herzrhythmusstörungen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Ist der Herzrhythmus zu langsam, so werden über dieses Gerät elektrische Impulse wie bei herkömmlichen Schrittmachern an das Herz weitergeleitet. Dadurch wird ein zu starker Abfall der Herzschlagfolge, verbunden mit Schwindelanfällen und Bewusstlosigkeit, verhindert.


absatz_orange  Wie wird operiert?

Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose. Die Vene unterhalb des Schlüsselbeins wird durch einen kleinen Hautschnitt freigelegt oder mit einer Hohlnadel punktiert. Der Arzt führt dann eine dünne Elektrode in die Vene ein und schiebt sie unter Röntgenkontrolle in die rechte Herzkammer vor.

Nach Legen der Elektrode und Einpflanzen des Gerätes in eine Hauttasche unterhalb des Brustmuskels werden Rhythmusstörungen ausgelöst, um die einwandfreie Funktion des Systems zu überprüfen. Falls notwendig, werden weitere Sonden oder Flächenelektroden eingesetzt.

Vor der Entlassung aus der stationären Betreuung (nach etwa einer Woche) wird das Gerätesystem noch einmal in Kurznarkose überprüft und Ihren individuellen Erfordernissen entsprechend programmiert.


absatz_orange  Leben mit dem ICD

In den ersten Tagen sollte der Arm auf der operierten Seite geschont werden, um eine Verlagerung der Sonde zu verhindern. Vermeiden Sie in den ersten Wochen nach dem Eingriff bitte auch körperliche Anstrengungen, die mit einer Belastung des Schultergürtels einhergehen. Ein evtl. anfänglich auftretendes Fremdkörpergefühl durch den ICD bessert sich nach ein paar Wochen.

Bitte meiden Sie zumindest in den ersten 6 Monaten nach Implantation eines Defibrillators gefahrenträchtige Tätigkeiten (z.B. Autofahren, Schwimmen), da trotz korrekter Funktion des Systems kurzzeitige Bewusstlosigkeiten auftreten können. Nach dieser Zeitspanne kann in Absprache mit den behandelnden Ärzten im Einzelfall die Aktivitätseinschränkung gelockert werden, wenn es seit dem Einpflanzen des Gerätesystems nicht zu Schwindelerscheinungen oder Zuständen von Bewusstlosigkeit gekommen ist.

In 3-monatigen Abständen erfolgen weitere ambulante Kontrollen. Die Programmierung und Funktionsweise des Gerätes werden überprüft. Kommt es im Laufe der Zeit zur Änderung des Befundes, so lässt sich das Programm des Defibrillators zur Unterbrechung Ihrer Herzrhythmusstörung ohne operativen Eingriff von außen ändern.

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Abfrage und Programmierung des Systems
(©Biotronik, mit Erlaubnis)

Im Rahmen der Nachbehandlung gibt es auch die Möglichkeit des sog. „Tele- oder „Homemonitoring, d.h. der automatischen mobilen Fernüberwachung der regelrechten Herztätigkeit und Funktion des Defibrillators in bestimmten dafür ausgestatteten Zentren. Falls dies bei Ihnen in Betracht kommt, wird Sie der Arzt darüber gerne genauer informieren.

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Gerät zur mobilen Überwachung
(©Biotronik, mit Erlaubnis)

Die Batterie hält im Mittel 4-7 Jahre. Dann muss sie ausgetauscht werden. Dies erfordert nur einen kleinen operativen Eingriff. Jedoch müssen erneut in Vollnarkose Rhythmusstörungen ausgelöst werden, um die Funktion des Systems zu überprüfen.